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Titel: bestimmte prädestinierte Berufe?
Verfasst am: 05.04.2006, 19:09 Uhr
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Anmeldung: 05. Apr 2006
Beiträge: 5
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Hallo miteinander,
ich behaupte mal frei in den Raum, dass mit dem Auftreten bestimmter Berufsgruppen -> Informatiker, als willkürlich gewählte Gruppe, das Problem der HB erstmals geballt in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
Seit wann ist man sich denn der Problematik der HB überhaupt bewusst? Ich erinnere mich nur an ein Buch von einem russischen Lehrerehepaar, das die eigenen 5 Kinder von Anfang an interdisziplinär selbst unterrichtet hat und da erstaunliche Erfolge erzielte. Es war also nicht die bis dahin bekannte einseitige Prägung -> Mozart, Einstein usw.
Deren These ging dahin, dass ein Kind mit einer gewissen Grundintelligenz (wobei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beide selbst HB waren / sind) wenn es nur genug Möglichkeiten hat, überdurchschnittliche Fähigkeiten entwickeln kann. Unterm Strich so in etwa: Regelschulunterricht hemmt die intelektuelle Entwicklung.
Deshalb frage ich mich, ob diese einseitige Begabung evtl. daher rührt, dass in den anderen Gebieten nicht genug Möglichkeiten bestehen, den Wissensdurst zu befriedigen.
Ich war nie auf einem einzigen Gebiet wirklich gut, dass ich früh lesen konnte war wohl mein einziger Vorteil, aber erstens hätte sich meine Mutter nie damit gebrüstet, zweitens war es ja bequem, und drittens hat sie gar nicht mitbekommen, dass ich mich schon mit 12 Jahren an ihrer bescheidenen Bibliothek intensiv bedient hatte, nur Dostojewski war mir zu langweilig. Alles andere habeich wahllos verschlungen und dann kam das Eldorado: Stadtbücherei.
Parallel habe ich mit 12 Jahren mit der Malerei angefangen, weil ich zum Geburtstag so ein Mini-Bauernmalerei-Set geschenkt bekam. Da habe ich dann alles bepinselt was mir unter die Finger kam. Aber niemand wäre je auf die Idee gekommen, mir mal vernünftige Pinsel oder Zubehör zu schenken.
Die Frage lautet also: wie hätte ich mich entwickelt, wenn ich einen Chemie-Baukasten bekommen hätte?
Dass ich eine schulische Mathe- und Physikniete war muss ich wohl nicht erwähnen. Interessanterweise habe ich dann in meinem späteren Leben aufgrund meiner Sprachkenntnisse die Kunden eines Börseninformationssystems betreut und nichts anderes getan, als Formeln umzusetzen und mit technischen Analysten zu diskutieren.
Und warum habe ausgerechnet ICH Kinder, die Ewigkeiten brauchen bis sie lesen können (3. - 4. Klasse)?
Weil sie sich nicht dafür interessieren, weil ich es so gut kann, und sie nicht ertragen können nicht so gut zu sein?
Grund dieser etwas komischen Fragen (aber was ist bei HB's eigentlich komisch): ich unterrichte grade ein HB-Kind in Französisch, also Nachhilfe. Der Vater spricht fließend französisch, der Junge hat französisch-sprechende Geschwister und mir wurden Szenen geschildert, wo er sich auf den Boden geworfen hat, wenn die Mutter ihn nur Vokabeln abhören wollte.
Hat da jemand irgendwelche Beobachtungen gemacht, oder fällt es da dem einen oder anderen wie Schuppen aus den Haaren?
Liebe Grüße
Maman |
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Titel: bestimmte prädestinierte Berufe?
Verfasst am: 06.04.2006, 16:13 Uhr
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Anmeldung: 21. Mar 2006
Beiträge: 48
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Hallo Maman,
au weia, viele Sachen auf einmal - und ich habe leider im Moment so wenig Zeit. OK, versuche ich mal die Schnellvariante:
Intelligenzforschung wird schon seit (mindestens) gut 100 Jahren betrieben. Wenn ich mich recht entsinne sind die ersten Tests in dem 1930er entwickelt wurden. Es gab da mal ein Sonderheft "Intelligenz" von "Gehirn und Geist" (Spektrum-Verlag), da waren einige sehr interessante Artikel drin.
Intelligenzentwicklung: da gibt es wohl Moderichtungen in der Forschung. Momentan glaubt man wohl (wieder) folgendes:
Intelligenz des Kleinkindes ist genetisch bedingt (angeboren).
Im zunehmenden Kindesalter bestimmt die Umwelt (Förderung) die Intelligenz sehr viel stärker.
Im Erwachsenenalter niveliert sich das alles wieder und der primär bestimmende Faktor ist wieder die genetische Veranlagung.
Wenn man das so sieht, ist wohl doch die Veranlagung primär entscheidend, Förderung wirkt nur sekundär. Ich persönlich glaube dabei, dass es sehr viel einfacher ist mit stumpfsinnigen Dingen das Intelligenzniveau abzusenken als es zu heben. Dafür spricht m.E. auch die Tatsache, dass es "sensible Phasen" in der Gehirnentwicklung gibt, in denen bestimmte Dinge besonders leicht fallen.
Es gibt Studien unter Naturwissenschaftlern die belegen, dass bei vielen das Interesse an ihrer Wissenschaft im Grundschulalter gelegt wurde (wo man die Kids hierzulande bevorzugt gar nicht an naturwissenschaftliche Dinge ran läßt ).
Ich halte es aber auch nicht für richtig, Interesse an einem Fachgebiet mit Intelligenz als solchem zu verquicken. Ich kann sehr intelligen sein und kein Interesse an Chemie haben. Oder auch "nur" normal begabt und durch mein Interesse/Fleiß es dennoch in der Chemie zu eingem bringen.
Insofern glaube ich wohl, dass Förderung die spätere Entwicklung bzw. Berufswahl beeinflusst. Ich bezweifle aber, dass hier ein zwingender Zusammenhang zur Intelligenz per se besteht.
Zum Lesenlernen: das kenne ich auch. Vielleicht liegt es am Perfektionismus, sofern vorhanden (ich kann noch nicht so schnell lesen wie Du, also kann ich es nciht, also lasse ich es ).
Französich: Vokabeln abhören ist blöde Gestatte mir die Frage: warum muss das Kind hier überhaupt Vokabeln lernen? Eigentlich sollte es seinen Sprachschatz doch einfach durch zuhören und sprechen in der Familie erwerben....
So, sorry für den Telegrammstil, aber die liebe Zeit. Vielleicht ist es dennoch interessant...
Rainer |
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Titel: bestimmte prädestinierte Berufe?
Verfasst am: 06.04.2006, 19:44 Uhr
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Anmeldung: 05. Apr 2006
Beiträge: 5
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es ist INTERESSANT!
Zum Lesenlernen: das kenne ich auch. Vielleicht liegt es am Perfektionismus, sofern vorhanden (ich kann noch nicht so schnell lesen wie Du, also kann ich es nciht, also lasse ich es ).
Bezieht sich das auf Dich? Es gibt Studien unter Naturwissenschaftlern die belegen, dass bei vielen das Interesse an ihrer Wissenschaft im Grundschulalter gelegt wurde (wo man die Kids hierzulande bevorzugt gar nicht an naturwissenschaftliche Dinge ran läßt ).
Ich habe meinen 14 jährigen gestern einfach gefragt (er sagte nnur: wahrscheinlich schon", na toll)
Mir war übrigens nie bewusst, dass ich schneller lese als andere, ich konnte nur nicht verstehen, dass andere Menschen GAR nicht lesen konnten, für mich war das wie Atmen oder Blutkreislauf.
Intelligenzentwicklung: da gibt es wohl Moderichtungen in der Forschung. Momentan glaubt man wohl (wieder) folgendes:
Ich habe den behaviorismus noch voll mitgekriegt, (Jahrgang 1962) damals war man überzeugt davon, dass die Umwelt prägende Einflüsse hat. Heute würde ich sagen: alles bullshit, wenn die synapsennicht klappsen..., gepaart mit der beobachtung meiner mitmenschen. Und dann die persönliche Fragestellung: da Vinci, Galileo und Konsorten, alles Irre in ihrer Zeit.
Es gibt Studien unter Naturwissenschaftlern die belegen, dass bei vielen das Interesse an ihrer Wissenschaft im Grundschulalter gelegt wurde (wo man die Kids hierzulande bevorzugt gar nicht an naturwissenschaftliche Dinge ran läßt ).
argl. sturmflut
tut mit leid |
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Titel: bestimmte prädestinierte Berufe?
Verfasst am: 07.04.2006, 07:32 Uhr
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Anmeldung: 21. Mar 2006
Beiträge: 48
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Hallo maman,
ich muss gestehen, dass ich aus dem letzten Posting nicht so recht schlau werde Vielleicht kannst Du nochmal was "nachposten" wenn es bei Dir wieder passt?
Liebe Grüße,
Rainer |
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