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rgerhards
Titel: Hochbegabte Mädchen  BeitragVerfasst am: 22.03.2006, 17:54 Uhr



Anmeldung: 21. Mar 2006
Beiträge: 48

Aus einer anderen Diskussion:

Gibt es nur so wenige hochbegabte Mädchen oder wird Hochbegabung bei Mädchen nicht so offensichtlich wie bei Jungen, das es auch erkannt wird?
 
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Bücherfee
Titel:   BeitragVerfasst am: 22.03.2006, 21:20 Uhr



Anmeldung: 22. Mar 2006
Beiträge: 1

Hallo!

Hochbegabte Mädchen gliedern sich sehr oft unter. Sie passen sich an andere an. Auch wenn sie vorher schon lesen können, lesen sie dann oft in der ersten Klasse genauso schlecht, wie ihre Mitschülerinnen. Dadurch wollen sie Freundschafen aufrechterhalten oder knüpfen.
Sie wollen sich eben "anpassen" und anderen nicht so zeigen das sie "anders" sind (obwohl ja jeder Mensch anders ist, wie ein anderer).

Viele Grüße
Bücherfee
 
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rgerhards
Titel:   BeitragVerfasst am: 26.03.2006, 11:56 Uhr



Anmeldung: 21. Mar 2006
Beiträge: 48

Hallo Bücherfee,

ja, das ist leider des Problem. Die Mädchen sind daher auch oft in den Gruppen unterrepräsentiert. Die Eltern merken von der Hochbegabung oft gar nichts - man muss halt *sehr, sehr* aufmerksam schauen. Dieses "sich verstecken" kann mittelfristig auch zu erheblichen Problemen führen - es ist also keine Lösung sondern Teil des Problems.

Rainer
 
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maman
Titel:   BeitragVerfasst am: 05.04.2006, 19:40 Uhr



Anmeldung: 05. Apr 2006
Beiträge: 5

Hallo miteinander,

hab es zwar schon in einem anderen Fred geschrieben, aber gebe gerne auch meinen Senf dazu:

nach meiner persönlichen Theorie wendet sich ein HB-Kind zuerst den Dingen zu, die es am einfachsten erreichen kann. Klassischerweise haben Jungen eher Zugang zu technischen und Mädchen zu den literarischen Bereichen.

Ein Junge der früh liest ist also auffällig, während ein Mädchen diese Auffälligkeit durch technische Kenntnisse erreichen könnte. Daher erfolgen meiner bescheidenen Meinung nach die Ausprägungen.
Da aber gerade hochbegabte Kinder über ein extrem ausgeprägtes Beobachtungsverhalten, gepaart mit einem intuitiven Erfassen des Stimmungsumfelds verfügen, versuchen sie, sich innerhalb der Norm zu bewegen und sich den Klischees anzupassen. Puppen für Mädchen, Autos für Jungs.

Gibt es im Umfeld wenige oder keine solche Normen, weil man sowieso schon mitsamt der Familie als Aussenseiter gilt und die Eltern da offen und bestärkend wirken sieht das anders aus. Aber auch da kommt keiner auf die Idee, dass das Kind hb sein könnte.

Ein echtes Drama, für alle Beteiligten.

Liebe Grüße
maman
 
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schönespionin
Titel: Vorhanden, aber unerwünscht!  BeitragVerfasst am: 16.08.2008, 09:04 Uhr



Anmeldung: 16. Aug 2008
Beiträge: 1

Es gibt genauso viele hochbegabte Mädchen wie hochbegabte Jungen.

Die Intelligenzverteilung ist nicht geschlechtsspezifisch.

Auch die stereotypen Zuordnungen von angeblichen Interessebereichen hochbegabter Kinder ist nicht zutreffend. Gerade Hochbegabte durchschauen gesellschaftliche Rollenvorgaben und diesbezügliche Zwänge sehr oft und sehr früh und durchkreuzen diese, denn sie hassen Fremdbestimmung.

Dass Hochbegabung bei Mädchen seltener erkannt wird, ist ein politischer und somit beabsichtigter Effekt: man sieht nicht, was man nicht sehen WILL. Frauen haben formbarer Ton auf Pygmalions Drehscheibe zu sein. Weibliche Hochbegabung passt nicht ins Konzept, sondern würde die Opfer- und Beimenschrolle der Frau umkehren ins Selbstgestaltend-Aktive.

Die Zuordnung Frau = Material, Mann = Schöpfer, eine ursprünglich theologische Idee, ist immer noch grundlegend für unsere gesamte Gesellschaftskultur und somit für die Wahrnehmung und Urteilsbildung über die Geschlechter, sowohl als einzelne Kategorien, als auch für individuelle Repräsentanten. Wir werben mit Geschlechterklischees, wir gestalten unsere Arbeitswelt diskriminierend für ambitionierte Frauen, ja wir schicken Apollo-Sonden ins All, auf denen Mann und Frau auf der Tafel abgebildet sind - die Frau demütig doof hinter dem Mann trippelnd. Wundert es uns wirklich, dass hochbegabte Frauen gesellschaftlich verleugnet werden?

Die hochbegabte Frau ist ein verhasster Störfaktor im System: sie wird durch gewaltvolle (und oft schon in frühester Kindheit einsetzende) Leugnung ihrer selbst gnadenvoll ins Unterdrückungsmuster re-integriert.
 
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